Das war eine Frage, die mir im Robinson gestellt wurde.
„Wo hast Du diese Energie und Freude bloß her?“ „Wie machst Du das?“ „Du bist so ein Flo, der hier rumhüpft. Ein Duracell-Häschen.“
„Frage an den Papa: Ist die immer so?“ Papa sagt: „Äh … ja. Die ist immer so.“ und grinst.
Ich habe im Vorfeld dieser Reise so viel überlegt, mit mir so sehr gehadert, dass es mich den Schlaf gekostet hat. Darf ich nach Soma Bay fahren? Mein Engagement annehmen oder muss ich denn nicht zu Hause bleiben? Bei meinem Mike. Ihn umsorgen. Körperlich präsent sein.
Ein gefühlter Rollenwechsel, die Änderung der Perspektive hat mir bei meiner Entscheidung geholfen:
Was würde ich denn jemandem raten, der in meiner Situation ist und mich nach Rat fragen würde? Ich würde ihn als Erstes fragen, wie es dem Partner geht. Ob er im Alltag pflegerische Hilfe braucht oder sich selbst versorgen kann. Wenn er autark ist, dann würde ich meinen Gegenüber an den Schultern fassen und ihm Folgendes ganz eindringlich sagen:
Hey, NUR wenn DU bei Kräften bleibst, kannst Du ihm mit all Deiner Energie beistehen. Erstens. Zweitens: Es ist Deine verdammte Pflicht – mehr denn je – gut für Dich zu sorgen. Und wenn Dir dieser Aufenthalt Kraft und Freude gibt, dann mach es. Unbedingt. Ansonsten gehst Du in die Knie und das ist das Letzte, was Dein Mann möchte. Drittens: Es ist Deine Entscheidung, wie viel Macht, Raum und Fokus Du dieser Krankheit gibst. Vielleicht tut es Dir gut, Dich für eine Zeit lang mit anderen Dingen zu beschäftigen. Viertens: Es ist Dein Job, oder? Du bist engagiert worden, um im Robinson Vorträge zu halten und Menschen zu inspirieren.
Merkst Du was?
Ich rechtfertige mich nach wie vor – jetzt sogar impulsiv öffentlich –, dass ich Freude, Dankbarkeit und unbeschreibliche Momente erleben durfte.
Puh.
Ja, das ist er wieder: Dieser Unterschied zwischen Wissen und Fühlen.
„Woher nimmst Du all diese Energie?“
Meine Antwort ist so banal wie einfach:
Ich erlebe durch meine Lebenswirklichkeit, dass NICHTS selbstverständlich ist. NICHTS und noch mal NICHTS.
Ich bin hier im verdammten Paradies. Habe königliches Essen im Bauch, die Sterne funkeln, darf mit meinem Papa Zeit im Luxus verbringen. Darf hier, an diesem magischen Ort, wirken. Sein. In Frieden, Freiheit, Sonne, Meer, Korallen, Herzlichkeit.
Wenn ich dann noch meinen Papa auf der Tanzfläche sehe, wie er zu Peter Fox – Schüttel Deinen Speck abdanced, dann werde ich mal direkt in den Himmel auf Erden katapultiert. Was soll ich denn dann anders tun, als in die Luft zu springen, zu jubeln und mitzutanzen?
Ich bin nur der Spiegel.
Oder eine Art Durchlauferhitzer. Ich nehme alles auf und gebe es ab.
Das Feedback der Menschen macht mich sprachlos.
Was Freude alles kann …
Ich habe Vorträge gehalten. Gott, wie ich da in meinem Element bin. Krass. Es ist so einfach für mich. Stehe an der Mahar Bar im Schatten und darf mit Menschen sprechen. Das, was mich so elektrisiert, weitergeben.
Der Einstieg ist immer Mikes und meine Geschichte. Dann erzähle ich über unser Nervensystem. Sympathikus und Parasympathikus. Wie existenziell Ruhe ist. Über Cortisol, Zellgesundheit, Omega 3, Immunsystem, Mikrobiom, Ballaststoffe, Epigenetik und DNA-Gesundheit.
Dass es nun die Möglichkeit gibt, auszutesten, wer DU bist. Was DEIN Körper braucht und was nicht.
Über Spermidin, Sulforaphan, Ernährung, Bewegung.
Die großen Themen Longevity und Recovery.
Das Bedürfnis der Menschen nach Ruhe ist so riesig.
Sie sehnen sich so sehr danach.
Das habe ich in meinen Yogastunden erlebt.
Wenn ich sage – leise, langsam und mit Bedacht: Die nächste Stunde ist nur für Dich. Nur für Dich. Deine Zeit. Deine Matte, Dein Blick aufs Meer. Nichts mehr müssen. Nur sein. Es gibt nichts mehr zu tun. Nun darfst Du loslassen. Du musst keine Haltung mehr bewahren. Die einzige Leistung besteht nun darin, nichts mehr zu leisten.
Wir öffnen die Hüften.
Dann geht es los und die Tränen laufen. Die Menschen wissen oft gar nicht, warum oder kennen das in dieser Form so gar nicht. Ohne Trauer laufen die Tränen nur so über das Gesicht. Loslassen. Erleichterung. Spannung abgegeben. Sich 1 Stunde im Parasympathikus sicher gefühlt.
Das ist das, was ich geben kann und mir ist bewusst, was das für ein Geschenk für die Gäste ist.
Menschen, die so viel können, so viel leisten, oft so getrieben sind, dürfen bei sich selbst sein.
Papa und ich haben so wunderbare Menschen kennengelernt.
Gerd, Nora, Kathrin Eger, Steffi, Anton aus Innsbruck, Sandra und Tim, Leonie und Johannes, Beo, Jürgen und Timmi, Iris, Isolde, Evi, Marion, Tatjana, Rosi, Gina, Sabine und ihre Mama Karin.
Was ich über diese bezaubernden Angestellten schreiben soll, weiß ich gar nicht genau. Mir geht das so zu Herzen und ich staune immer und immer wieder, wie herzlich man denn nur sein kann.
Ich bin so reich.
So reich an Eindrücken und ich mache jetzt noch was, was ich noch nie getan habe:
Ich kopiere ein Feedback über mich in diesen Blogeintrag.
Wie ich mich mit solchen Worten fühle, entbehrt jeglicher Beschreibung:
Von kathrin_eger:
Ich habe im Urlaub eine Frau getroffen, die ein Herz auf zwei Beinen ist.
Sie kann lachen, feiern und albern sein, im nächsten Moment wird sie ganz still, hört zu und berührt Menschen mit einer seltenen Tiefe und Intensität. Und ich habe noch nie jemanden getroffen, bei dem Dankbarkeit so sichtbar war.
Ich hatte bei ihr Yoga – und sie hat Vorträge gehalten. Über ihre persönliche Geschichte und über Epigenetik.
Am Tag nach meiner Rückkehr ging es mir nicht besonders gut. Ich saß zu Hause und hatte sie plötzlich vor meinem geistigen Auge vor mir sitzen. An den Morgen, an dem sie vor uns saß und mit einer unglaublichen Ruhe sagte:
„Ihr müsst jetzt erst mal nichts müssen.“
Dann hat sie mit uns geatmet.
Vier Sekunden ein. Sechs halten. Acht aus.
Eigentlich war es nur eine Atemübung. Und gleichzeitig war es viel mehr, weil dieser Satz genau dort ankam, wo ich ihn in diesem Moment gebraucht habe.
Ich habe ihr geschrieben und erzählt, dass ich daran gedacht habe und wie sehr mir das in dem Augenblick geholfen hat.
Ihre Antwort war:
„Es gibt Menschen, die kommen, um zu bleiben. Ich hoffe, dass es bei uns so ist.“
Ich habe in meinem Leben schon viele Menschen kennengelernt. Manche waren nur für einen kurzen Moment da, andere begleiten mich seit vielen Jahren. Und dann gibt es diese wenigen Begegnungen, bei denen man schon währenddessen spürt, dass sie etwas verändern werden, ohne genau benennen zu können, was es ist.
Ob das Zufall ist, weiß ich nicht. Wenn, dann ein äußerst schöner. 🙂
Nun bin ich wieder da und mein Fokus ist wieder Mike, Familie, Kochen, Ruhen, seine Gesundheit, Zweisamkeit und Liebe. Liebe. Liebe.
Ich habe eine Podcast Folge genau über diese Zeit.
Diese Themen.
Wenn Du möchtest, hör rein. https://open.spotify.com/episode/1bXX6vZD6D6rdtiVQWVHxI?si=HhElIqW3Q–_V7PyIZ8cBg

